Public Health Brigade September 2015

Unsere „Public Health Brigade“ 2015 fand im September in Nicaragua statt. Bereits ab Januar fanden die Vorbereitungstreffen statt, in denen die kulturellen, sowie geschichtlichen Aspekte Nicaraguas erlernt wurden.
Nicaragua ist das zweitärmste Land Mittelamerikas, mehr als 25% der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und mehr als die Hälfte hat keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Zudem gibt es keine ausreichende hygienische Aufklärung. Für uns sind diese Dinge selbstverständlich. Deshalb setzt „Global Brigades“ dort mit „Public Health Brigaden“ an, im Rahmen derer sanitäre Anlagen errichtet und Workshops zum Thema Hygiene durchgeführt werden. Eine sanitäre Anlage beinhaltet eine Dusche, ein Waschbecken und eine Toilette mit zugehörigem Abwassertank. Zudem werden in den Wohnhäusern die Böden zementiert, um Krankheiten zu vermeiden, die durch Keime und
Parasiten übertragen werden, wie zum Beispiel „Chaggas“. Insgesamt wird so die gesundheitliche Situation im Dorf relativ kostengünstig und nachhaltig verbessert.

Wir sieben Bayreuther setzten uns zusammen mit 13 Münsteranern und vier Studierenden aus Washington State für das rurale 750 Einwohner Dorf „ Valle El Naranjo“ ein.

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Gemeinsam mit den Dorfbewohnern bauten wir in neun Tagen fünf sanitäre Anlagen; drei für Familien, eine für die Grundschule und
eine für die weiterführende Schule. Die vorherigen sanitären Anlagen der
Grundschule waren nicht mehr funktionsfähig; dies bedeutete die ca. 150 Schüler und Schülerinnen hatten keine Möglichkeit eine Toilette zu benutzen oder sich ordentlich ihre Hände zu waschen. Ähnliche Verhältnisse fanden wir in der weiterführenden Schule vor.

Unser erster Tag im Dorf galt dem Kennenlernen. Wir wurden herzlich von der Dorfgemeinschaft willkommen geheißen. Zuerst stellten wir uns gegenseitig vor. Die sprachlichen Barrieren wurden vor allem durch unseren Koordinator Jairo und unseren Dolmetscher Salvador, aber auch durch Mimik und Gestik schnell beseitigt. Nachdem wir den Schülern spielerisch unsere Heimatstädte, typische Ländermerkmale Deutschlands und unsere Traditionen vorgestellt hatten, brachten wir uns gegenseitig einige hilfreiche Sätze bei. Anschließend wurden wir durch ihr Dorf zu den Schulen und Familien, die wir beim Bau der sanitären Anlagen unterstützen sollten, geführt.

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Wir teilten uns in Kleingruppen auf die verschiedenen Baustellen auf. Von den Einheimischen wurden uns zu aller erst die grundlegenden Dinge, wie das Mischen von Zement, das Mauern und das Betonieren von Böden beigebracht. Die Familienmitglieder, sowie auch Freunde und die Schüler unterstützen uns tatkräftig bei der Arbeit. Die Zusammenarbeit mit Ihnen hat uns sehr viel Spaß gemacht, auch wenn man nicht richtig Spanisch sprechen konnte, hat man immer einen Kommunikationsweg gefunden.

Es war sehr interessant, etwas über die Lebensweisen der verschiedenen Familien und über den Schulalltag in Nicaragua zu erfahren und dabei den kulturellen Austausch zu erleben. Die Familien signalisierten uns immer wieder, wie dankbar sie waren und wie viel wir Ihnen bedeuten.

Außerdem besuchten wir ein Dorf, in dem schon mehrere Brigaden abgeschlossen sind, darunter auch die „Public Health Brigade“. Es war sehr deutlich, welchen Fortschritt die Brigaden in den Dörfern initiieren konnten. Glücklicherweise durften wir an unserem letzten Tag den Unabhängigkeitstag Nicaraguas am 15. September miterleben. Die Feierlichkeiten umfassten traditionelle Musik, Tänze und Gewänder und bildeten so einen einzigartigen Einblick in die vielfältige und bunte Kultur
Nicaraguas.

Wir konnten sehen, dass kleine Dinge, wie sauberes Wasser, die für uns so selbstverständlich sind, in bestimmten Regionen und Situationen ganz groß, ja sogar lebensrettend sein können.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei unseren Sponsoren und Unterstützern bedanken, die diese „Public Health Brigade“ ermöglichten.